Der Stromwechsel beginnt mit deiner Jahresabrechnung.
Suche deine Postleitzahl und den Jahresverbrauch in kWh heraus, vergleiche die Tarife und wähle ein Angebot. Für den Wechsel ergänzt du die Anschluss- und Vertragsdaten. Bei einem regulären Lieferantenwechsel bleibt die technische Stromversorgung bestehen.
1. Die richtigen Angaben finden
Nimm die letzte Jahresabrechnung und suche zuerst den Abrechnungszeitraum. Er zeigt, auf welche Monate sich der Verbrauch bezieht. Für einen Vergleich ist ein vollständiges Jahr besonders hilfreich. Danach notierst du die verbrauchten Kilowattstunden, deine Lieferadresse und die Postleitzahl. Damit kannst du den Einstieg in den Stromvergleich bereits gut vorbereiten.
Verwechsle den Jahresverbrauch nicht mit dem aktuellen Zählerstand. Der Zählerstand ist ein fortlaufender Wert. Erst die Differenz zwischen zwei passenden Ablesungen ergibt den Verbrauch für den Zeitraum dazwischen. Ebenso ist der monatlich abgebuchte Abschlag kein Verbrauchswert. Er beschreibt eine Zahlung, die später mit der tatsächlichen Abrechnung verrechnet wird.
Prüfe auch, ob das letzte Jahr noch zu deinem heutigen Haushalt passt. Eine zusätzliche Person, ein Elektroauto oder eine andere Warmwasserbereitung können den Bedarf verändern. Falls du einen neuen Verbrauch schätzt, verwende diese Schätzung konsequent bei allen Angeboten. So bleibt deine Gegenüberstellung nachvollziehbar.
- Postleitzahl und vollständige Lieferadresse notieren.
- Jahresverbrauch in kWh und Abrechnungszeitraum prüfen.
- Bisherigen Anbieter, Tarifnamen und Vertragsdaten bereitlegen.
- Für den Wechsel die Zählpunktbezeichnung aus den Anschlussunterlagen heraussuchen.
2. Den neuen Tarif sinnvoll vergleichen
Starte den Stromvergleich und gib Postleitzahl sowie Verbrauch ein. Die verfügbaren Angebote hängen unter anderem von der Lieferadresse ab. Vergleiche die ausgewiesenen Jahreskosten auf derselben Basis. Achte darauf, ob Netzbestandteile und Abgaben enthalten sind, damit du nicht unterschiedliche Preisangaben miteinander vergleichst.
Der Arbeitspreis bezieht sich auf die verbrauchten Kilowattstunden; der Grundpreis fällt nach der vertraglichen Regel unabhängig davon an. Bei hohem Verbrauch wirkt sich ein Unterschied im Arbeitspreis stärker aus. Bei geringem Verbrauch hat der Grundpreis einen größeren Anteil. Die Jahresbetrachtung führt diese beiden Größen für deinen Haushalt zusammen.
Wenn du eine Solaranlage mit Speicher betreibst, erklärt dir unser Newsartikel zu MiSpeL und Netzladung, welche Rolle Messung und flexible Stromtarife spielen.
Sortiere anschließend nach den Merkmalen, die dir wichtig sind. Dazu gehören etwa fixe oder variable Energiepreise, die Dauer einer Preisgarantie und die Vertragsbindung. Ein Tarif ist dann gut einzuordnen, wenn du seine Kosten und seine Spielregeln zusammen siehst. Die Produktbezeichnung allein sagt darüber oft weniger aus als die übersichtlichen Vertragsangaben.
- Jahreskosten
- Der für deinen Jahresverbrauch ausgewiesene Gesamtbetrag mit der im Vergleich beschriebenen Zusammensetzung.
- Arbeitspreis
- Preis je verbrauchter Kilowattstunde; die Einheit ist meist Cent oder Euro pro kWh.
- Grundpreis
- Ein verbrauchsunabhängiger Betrag, der für einen Monat oder ein Jahr angegeben sein kann.
- Preisgarantie
- Der vereinbarte Zeitraum und die davon erfassten Preisbestandteile.
- Wechselbonus
- Eine Gutschrift nach den Bedingungen des Angebots, oft bezogen auf den ersten Vertragszeitraum.
3. Vertragsdaten und Starttermin zusammenbringen
Wenn du einen passenden Tarif gefunden hast, werden für den Wechsel weitere Angaben benötigt. Dazu gehören die Daten der Person, die den Vertrag abschließt, und die eindeutige Zuordnung des Anschlusses. Die Zählpunktbezeichnung findest du in den Vertrags- oder Abrechnungsunterlagen. Übernimm sie genau und gleiche die Lieferadresse ab.
Dein bisheriger Vertrag kann eine Bindung und eine Kündigungsfrist enthalten. Diese Angaben beeinflussen den möglichen Wechseltermin. Im Wechselauftrag wird erklärt, wie die Kündigung und der neue Lieferbeginn abgestimmt werden. Folge diesem Ablauf, damit die Aufträge zusammenpassen und nicht mehrere voneinander abweichende Termine entstehen.
Bei einem Sonderfall, etwa einem anstehenden Umzug, wählst du den dafür vorgesehenen Weg. Ein Lieferantenwechsel am bestehenden Anschluss und die Anmeldung einer neuen Wohnung sind unterschiedliche Vorgänge. Der Umzugsratgeber hilft dir, beide Adressen und die zugehörigen Termine geordnet vorzubereiten.
4. Was beim Wechsel technisch passiert
Stromlieferant und Netzbetreiber haben unterschiedliche Aufgaben. Der Lieferant ist dein Vertragspartner für die Energielieferung. Der örtliche Netzbetreiber betreibt das Netz an deinem Anschluss. Wenn du nur den Lieferanten wechselst, wird für den regulären Wechsel keine neue Stromleitung in deine Wohnung gelegt. Der bestehende Anschluss bleibt erhalten.
Auch ein Austausch des Zählers ist wegen eines gewöhnlichen Lieferantenwechsels nicht erforderlich. Für die Abrechnung wird ein passender Verbrauchsstand zum Übergang benötigt. Welche Ablesung oder Ermittlung erfolgt, richtet sich nach dem Anschluss und dem beschriebenen Ablauf. Eine eigene Dokumentation des Zählerstands kann dir helfen, die spätere Rechnung nachzuvollziehen.
Das macht einen Preisvergleich zu einer überschaubaren Entscheidung: Du wählst die vertraglichen Konditionen deiner Energielieferung. Netz und technische Versorgung erfüllen weiterhin ihre Aufgaben. Bewahre die Wechselbestätigung auf, damit du den angekündigten Beginn und die Daten des neuen Tarifs jederzeit zur Hand hast.
5. Die erste Abrechnung gut einordnen
Zum Wechsel gehört die Abrechnung des bisherigen Lieferzeitraums. Bereits bezahlte Abschläge werden mit den abgerechneten Kosten verrechnet. Daraus kann ein Guthaben oder eine Nachzahlung entstehen. Diese Abrechnung betrifft den vergangenen Zeitraum und ist von den künftigen Jahreskosten des neuen Tarifs zu unterscheiden.
Beim neuen Vertrag werden außerdem die laufenden Abschläge festgelegt. Sie dienen der Verteilung der erwarteten Kosten über das Jahr. Vergleiche einen Abschlag deshalb nicht isoliert mit dem alten Monatsbetrag: Verbrauchsannahmen, Zahlungsrhythmus und ein Bonus können die Beträge beeinflussen. Die vollständige Jahresbetrachtung liefert die klarere Grundlage.
Notiere dir das Ende einer vereinbarten Preisgarantie oder Bonusphase zusammen mit dem Vertragsbeginn. Dann findest du diese Daten beim nächsten Vergleich schnell wieder. Mit der neuen Jahresabrechnung kannst du später prüfen, ob dein Verbrauch und die gewählten Konditionen weiterhin zu deinem Alltag passen.
Deine Checkliste für den Stromwechsel
Wenn diese Punkte bereitliegen, kannst du den Vergleich und den Wechselauftrag zügig durchgehen.
- Die letzte Jahresabrechnung mit vollständigem Zeitraum und Verbrauch in kWh liegt bereit.
- Lieferadresse, bisheriger Tarif und Zählpunktbezeichnung sind korrekt übernommen.
- Jahreskosten, Bonus, Preisgarantie und Bindung wurden zusammen betrachtet.
- Der gewünschte Beginn passt zu den Angaben des bisherigen Vertrags.
- Wechselbestätigung und neue Tarifunterlagen werden gemeinsam abgelegt.
Der beschleunigte technische Stromwechsel
Seit dem 6. Juni 2025 wird der technische Stromlieferantenwechsel an Werktagen innerhalb von 24 Stunden abgewickelt. Laufzeit und Kündigungsfrist deines Vertrags bleiben davon unberührt. Der neue Lieferbeginn richtet sich weiterhin nach deiner Vertragssituation.
Bei einem Umzug planst du die Anmeldung im Voraus. Zählernummer und Marktlokations-ID helfen bei der eindeutigen Zuordnung. Ein aktueller Zählerstand am Übergabetag dokumentiert den Anfang beziehungsweise das Ende deines Verbrauchs.

