Den bestehenden Vertrag zuerst genau erfassen
Lege die aktuelle Rechnung, die Vertragszusammenfassung und vorhandene Änderungsbestätigungen bereit. Wichtig sind Vertragsinhaber, Anschlussadresse, Kundennummer, Rufnummern, Beginn und Ende der Mindestlaufzeit sowie Kündigungsfrist. Prüfe auch, ob in der Zwischenzeit eine neue Laufzeit ausdrücklich vereinbart wurde.
Nach Ablauf der anfänglichen Laufzeit kannst du einen erfassten Telekommunikationsvertrag, der sich stillschweigend verlängert hat, gemäß § 56 TKG grundsätzlich mit einer Frist von einem Monat kündigen. Das ist etwas anderes als eine neue, bewusst abgeschlossene Vertragsbindung. Die genaue Einordnung sollte sich aus den Unterlagen ergeben.
Erfasse zusätzliche Vereinbarungen getrennt: Routermiete, TV-Paket, Sicherheitssoftware oder andere Dienste können eigene Bedingungen haben. Nicht jede Nebenleistung endet automatisch, nur weil der Internetzugang wechselt. Ein Kombivorteil auf einem anderen Vertrag kann sich ebenfalls verändern.
Notiere den aktuellen Gesamtpreis einschließlich aller wiederkehrenden Positionen. So vergleichst du den neuen Tarif mit dem tatsächlich gezahlten Betrag und erkennst, welche Zusatzkosten im neuen Angebot eventuell wieder auftauchen.
Das neue Angebot für die genaue Adresse prüfen
Vergleiche zunächst die benötigte Leistung und danach die verfügbaren Anschlussarten. Ein passender DSL-, Kabel- oder Glasfasertarif muss an deiner konkreten Adresse und gegebenenfalls in deiner Wohnung bereitgestellt werden können. Eine allgemein beworbene Geschwindigkeit oder ein Eintrag für den Ort ersetzt diese Prüfung nicht.
Bei der Bestellung sollten Angaben zum Gebäude und zur Wohnung eindeutig sein. Mehrfamilienhäuser, mehrere Hauseingänge oder abweichende Schreibweisen können eine Zuordnung erschweren. Verwende die tatsächlich zum Anschluss gehörenden Daten und gleiche sie mit den bestehenden Vertragsunterlagen ab.
Schau außerdem auf die enthaltene Ausstattung. Ist ein Router erforderlich, enthalten oder gesondert zu bezahlen? Passt dein vorhandenes Gerät? Welche Telefonieleistung ist vorgesehen? Ein Vergleich wird erst dann belastbar, wenn diese Punkte in beiden Angeboten berücksichtigt sind.
Bei einem neuen Glasfaseranschluss ist zusätzlich zu klären, ob die Leitung bereits nutzbar ist oder erst gebaut werden muss. Eine Absichtserklärung zum Ausbau, ein Hausanschlussvertrag und ein sofort aktivierbarer Internetdienst sind unterschiedliche Dinge. Der gewünschte Wechseltermin muss zum tatsächlichen Bereitstellungsstand passen.
Den Wechsel möglichst über den neuen Anbieter koordinieren
Bei einem regulären Anbieterwechsel ist der aufnehmende Anbieter für die Leitung des Wechselvorgangs zuständig. Ein entsprechend erteilter Wechselauftrag ermöglicht die Abstimmung zwischen bisherigem und neuem Anbieter. Das ist in der Regel übersichtlicher, als den alten Anschluss unabhängig zu kündigen und anschließend einen unverbundenen Neuanschluss zu bestellen.
Wenn du bereits selbst gekündigt hast, müssen Enddatum und Kündigungsbestätigung im neuen Auftrag berücksichtigt werden. Eine bestehende Kündigung solltest du nicht verschweigen oder den gleichen Vorgang mehrfach mit widersprüchlichen Angaben auslösen. Wichtig ist ein klar dokumentierter Ablauf.
Bei besonderen Kündigungsrechten, einer anderen Vertragskonstellation oder einem Wechsel ohne Rufnummermitnahme kann die Abwicklung abweichen. Prüfe deshalb, welche Aufgaben der neue Auftrag tatsächlich umfasst. Ein allgemein als „Wechselservice“ bezeichneter Schritt bedeutet nicht automatisch, dass jede zusätzliche Vereinbarung mit erledigt wird.
Speichere Auftrags- und Kündigungsbestätigungen. Vergleiche die darin genannten Termine miteinander. Wenn ein Dokument nur eine unverbindliche Planung nennt, ist das noch nicht dieselbe Sicherheit wie ein bestätigter Umschalttermin.
Rufnummermitnahme und Vertragsdaten sorgfältig abgleichen
Wenn du deine Festnetzrufnummer behalten möchtest, muss die Mitnahme ausdrücklich Bestandteil des Auftrags sein. Bei mehreren Nummern ist zu prüfen, welche davon benötigt werden und welche im neuen Tarif unterstützt werden. Eine einzelne Rufnummer im Bestellformular übernimmt nicht automatisch alle bisher vorhandenen Nummern.
Die Daten des bisherigen Vertragsinhabers müssen zum Portierungsauftrag passen. Name, Schreibweise, Adresse und weitere verlangte Angaben sollten konsistent sein. Eine Änderung des Vertragsinhabers ist nicht automatisch mit einer Rufnummermitnahme erledigt. Wenn mehrere Änderungen zusammenkommen, muss der vorgesehene Ablauf dazu passen.
Für die Rufnummermitnahme dürfen nach den geltenden Regeln keine Entgelte berechnet werden. Das bedeutet jedoch nicht, dass ein noch laufender alter Vertrag allein durch die Mitnahme kostenlos endet. Vertragsende und technische Nummernübertragung müssen getrennt betrachtet werden.
Bei einem Umzug kann außerdem die Zuordnung einer geografischen Rufnummer relevant sein. Besonders beim Wechsel in einen anderen Vorwahlbereich solltest du nicht ohne Prüfung davon ausgehen, dass alle bisherigen Nummern unverändert mitgehen können.
Bei einem Umzug gelten zusätzliche Regeln
Ein Wohnungswechsel beendet den Internetvertrag nicht automatisch. Kann der bisherige Anbieter die vertraglich geschuldete Leistung am neuen Wohnsitz anbieten, besteht grundsätzlich die Möglichkeit der Fortführung ohne Änderung der vereinbarten Laufzeit und der sonstigen Vertragsinhalte. Ein Umzugsauftrag ist deshalb nicht automatisch ein Anlass für eine neue Mindestlaufzeit.
Kann die geschuldete Leistung am neuen Wohnsitz nicht angeboten werden, sieht § 60 TKG ein Kündigungsrecht mit einer Frist von einem Monat vor. Die Kündigung kann zum Auszug oder zu einem späteren Zeitpunkt erklärt werden. Ob die Voraussetzungen erfüllt sind, hängt von der konkreten Leistung und der neuen Adresse ab.
Für den Umzug kann ein angemessenes Entgelt anfallen; gesetzlich ist es auf die Höhe des vorgesehenen Entgelts für einen Neuanschluss begrenzt. Ein günstiger neuer Tarif sollte daher zusammen mit möglichen Umzugs- oder verbleibenden Vertragskosten betrachtet werden.
Plane Internetversorgung und Wohnungsübergabe gemeinsam. Notiere, ab wann die neue Wohnung zugänglich ist, ob technische Arbeiten erforderlich sind und welche Anschlusspunkte vorhanden sind. So passt die Bestellung besser zu den tatsächlichen Möglichkeiten vor Ort.
Den Umschalttag technisch und organisatorisch vorbereiten
Halte Router, Zugangsdaten und Installationshinweise rechtzeitig bereit. Bei einem neuen Router kannst du vorab festlegen, welche Geräte später wieder mit dem WLAN verbunden werden müssen. Bestehende Einstellungen sollten nur übernommen werden, wenn sie für den neuen Anschluss geeignet sind.
Wenn ein Termin im Gebäude notwendig ist, sollte der Zugang zu den betroffenen Bereichen gesichert sein. Dazu können Keller, Hausanschlussraum oder Wohnung gehören. Prüfe die Terminbestätigung auf den Zeitraum und die erwarteten Voraussetzungen. Ein im Haus nicht erreichbarer Anschlusspunkt kann die Bereitstellung erschweren.
Für einen Arbeitstag mit wichtigen Videokonferenzen kann eine vorab getestete Ersatzverbindung nützlich sein, beispielsweise ein geeigneter Mobilfunk-Hotspot. Dafür müssen Empfang, Tarifvolumen und die benötigten Anwendungen passen. Eine ungeprüfte Ausweichlösung sollte nicht erst bei einer Unterbrechung eingerichtet werden.
Nach der Aktivierung testest du Internet und gegebenenfalls Telefonie. Prüfe auch, ob ankommende Anrufe auf der gewünschten Nummer funktionieren. Bei einer Datenmessung unterscheidest du zwischen der Anschlussleistung am Router und der WLAN-Verbindung in anderen Räumen.
Unterbrechungen dokumentieren und Kosten nachvollziehen
Die gesetzlichen Regeln sollen einen abgestimmten Anbieterwechsel ermöglichen. Der bisherige Dienst darf im vorgesehenen Wechselverfahren nicht einfach abgeschaltet werden, bevor die technischen und vertraglichen Voraussetzungen vorliegen. Die Unterbrechung beim Wechsel darf grundsätzlich nicht länger als einen Arbeitstag dauern.
Wenn etwas nicht funktioniert, dokumentiere Beginn, Ende und Art der Unterbrechung sowie Auftragsnummern und bestätigte Termine. Halte fest, ob nur das WLAN, die gesamte Internetverbindung oder auch die Telefonie betroffen ist. Eine genaue Beschreibung hilft dabei, einen lokalen Gerätefehler von einem Problem der Umschaltung zu unterscheiden.
Bei einer längeren, nicht von dir zu verantwortenden Unterbrechung können gesetzliche Entschädigungsansprüche bestehen. Deren Voraussetzungen und die verantwortliche Stelle ergeben sich aus dem konkreten Vorgang. Eine Entschädigung ist nicht automatisch mit einer sofortigen Gutschrift gleichzusetzen. Auch versäumte vereinbarte Termine können gesondert relevant sein.
Kontrolliere die Schlussrechnung des alten und die erste vollständige Rechnung des neuen Vertrags. Stimmen Abrechnungszeiträume, Anschlusskosten und Rabatte? Bewahre auch Rücksendenachweise für gemietete Geräte auf. So lässt sich der Wechsel nicht nur technisch, sondern auch finanziell sauber abschließen.
Eine kurze Checkliste für deinen Anbieterwechsel
- Vertrag, Laufzeit, Kündigungsfrist und aktuelle Gesamtkosten erfassen.
- Neue Angebote nach tatsächlichem Bedarf und genauer Adressverfügbarkeit vergleichen.
- Router, Telefonie und mögliche Bau- oder Installationsarbeiten berücksichtigen.
- Wechselauftrag, Kündigung und gewünschte Rufnummermitnahme aufeinander abstimmen.
- Vertragsdaten und alle Nummern sorgfältig abgleichen.
- Bestätigungen und konkrete Umschalttermine sicher aufbewahren.
- Geräte, Zugang und gegebenenfalls eine Ersatzverbindung vorbereiten.
- Nach Aktivierung Funktionen, Rechnungen und Geräterückgabe prüfen.
Mit dieser Reihenfolge vermeidest du unnötige Doppelarbeit und erkennst früh, welche Schritte zusammengehören. Der Preisvergleich ist der Anfang; ein gut dokumentierter Wechsel sorgt dafür, dass der neue Tarif anschließend auch im Alltag nutzbar ist.

